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Tapsig, flauschig, kuschelig

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zuletzt bearbeitet von am 16.05.2009
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Bei diesem Anblick schmilzt garantiert jedes Herz: Vier flauschige Fuchswelpen tapsen seit einiger Zeit durch den Vorgarten ihrer Pflegemutter Beata Kwiatkowski (41) aus Rohr. Drei ihrer hilflosen Schützlinge wurden am 1. April in der Nähe von Altdorf gefunden - wenige Tage alt, blind, taub und zerbrechlich.

ROHR - Sogar der Tierarzt wusste zunächst nicht, um welche Tierart es sich eigentlich handelte. «Die drei kleinen waren schwarz und sahen eher aus wie Maulwürfe. Ihre Mutter ist wahrscheinlich tot, sonst wäre der Wurf gar nicht erst aus dem Bau herausgekommen», sagt Beata Kwiatkowski. Drei Wochen später bekamen Lady, Pascha und Rambo noch einmal Zuwachs: Nesthäkchen Lucky (drei Wochen) komplettiert das pelzige Quartett.

Die Geschichte des kleinen Rüden klingt unglaublich: Ein Mäusebussard schnappte sich das Fuchsbaby, wurde dann von einem Auto angefahren und starb. Lucky aber überlebte! Sofort brachten ihn Passanten zum Tierarzt. So landete auch er in Kwiatkowskis Auffangstation.

Mit dem Einzug der Fuchswelpen geht es jetzt rund auf dem Hof der Tierschützerin. Die Aufzucht mit Spezialmilch und vielen Streicheleinheiten ist sehr zeitintensiv, obwohl die Welpen mittlerweile die ganze Nacht durchschlafen. «Bis vor kurzem musste ich alle zwei bis drei Stunden füttern. Ich bin froh, dass das jetzt vorbei ist», lacht Beata Kwiatkowski. Unterstützung bei der Erziehung bekommt die Tierschützerin aber auch von Schäferhund Eischa: Er hält immer ein wachsames Auge auf die Fuchskinder.

Kunterbunte Tierfamilie

Zur kunterbunten Tierfamilie gehören auch die beiden Bauernhofkater Max und Felix, die Gänse Liesl und Sepp, die eigentlich als Weihnachtsbraten vorgesehen waren- und Rehmädchen Matzi. «Matzi wurde mir im letzten Jahr gebracht, nachdem ich mich dem bundesweiten Verein Rehkitzhilfe e.V. als Pflegestelle zur Verfügung stellte. Ich hatte zuvor von Rehkitzen gehört, die durch Mähdrescher verletzt werden. Das hat mich berührt, ich wollte helfen. Außerdem werden in Tierheimen keine Wildtiere aufgenommen und gesund gepflegt. Auch der Jagdpächter weiß oft nur eine Lösung und erschießt die Tiere. Ich habe genügend Platz, kann damit etwas Gutes tun.»

Auch Matzis Geschichte ist traurig. Kwiatkowski erzählt: «Ihre Mutter fiel wahrscheinlich einem Verkehrsunfall zum Opfer. Sie war erst zwei Wochen alt, hätte keine Überlebenschance gehabt. Ihr Bruder kam auch zu mir, ihn konnte ich aber nicht retten. Jetzt wohnt sie hier auf dem Hof, darf sich aber frei bewegen und geht gerne in den Wald. Dort bleibt sie auch oft einige Tage lang.»

Für ihre Liebe zu den Tieren opfert die Geschäftsfrau, die auch Mitglied im Tierschutzverein Noris e.V. ist, ihre gesamte Freizeit. Mit Erfolg: Ihr erstes Wildtier - einen jungen Feldhasen - fand sie bei einem Spaziergang in Rohr vor rund zwei Jahren. «Ich habe ihn über längere Zeit beobachtet, bevor ich ihn mitgenommen habe. Er war ziemlich schwach und konnte sich kaum bewegen», erzählt Kwiatkowski. Fünf Wochen später dann das Happy End: Langohr Mucki konnte mit einem stolzen Gewicht von 1,5 Kilogramm in die Freiheit entlassen werden.

Wie es mit den Fuchsbabys weitergeht, steht noch in den Sternen, sagt Beata Kwiatkowski: «Möchten die Kleinen in der Wildnis leben, werde ich sie natürlich ziehen lassen. Allerdings hoffe ich sehr auf die Rücksichtnahme der Jäger.»

Im Rahmen der Abendschau Franken sendet das Bayerische Fernsehen am kommenden Montag, um 17.35 Uhr auf BR-Alpha einen Beitrag zu den Füchschen.

Schwabacher Tagblatt vom 16.05.2009
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des Schwabacher Tagblatts)

Letzte Änderung am 16.05.2009

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