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Schon gehört ?  Schon gelesen?

 

 

Bis vor einem Jahr war ich der Meinung, Katzen sollten tätowiert und Hunde mit einem Chip versehen werden. Der Grund dieses unterschiedlichen Vorgehens beruht auf folgendem Gedankengang: Wird eine Katze gefunden oder läuft zu, wird sie häufig mit Begeisterung aufgenommen. Der Finder oder die Finderin kommt oft dabei nicht auf die Idee, dass die Katze vermisst werden könnte. Ist die Katze tätowiert, ist zu erkennen, dass sie jemanden gehört.

Tätowiert wird wie folgt:

Rechtes Ohr:

  • Ort und Jahr der Tätowierung, wie z.B: SC 06

Linkes Ohr:

  • Schlüssel vom tätowierenden Tierarzt und fortlaufene Nummer, z.B: A 25.

Vorteile:

  • Bei guter Tätowierung schnell lesbar.
  • Erkennbar, dass das Tier mit hoher Sicherheit jemanden gehört.

Nachteile:

  • Die Tätowierung erfolgt unter Betäubung, daher oft anlässlich einer Operation.
  • Bei schlechter, schlampiger Tätowierung, oder bei älteren Tieren sind die Daten in vielen Fällen nicht ablesbar.
  • Viele Tätowierungen erfolgen nicht nach dem vorgegebenen Schema. Im Ausland wird mit anderen Buchstaben- und Zahlenkombinationen tätowiert. Diese Tätowierungen sind für uns nicht entschlüsselbar.

Transponder oder auch Chip gennannt:

Chips bzw. Transponder werden mittels einer Injektion, mit einer etwas größeren, besonders gut geschliffenen Kanüle standardisiert an der linken Halsseite in Höhe des 2. Halswirbels gesetzt. In der Kanüle steckt ein Plastikstift (Abb.), mit welchem der vor ihm befindliche Chip nach dem Einstich unter die Haut ausgestoßen wird.

Chip

Dieser Transponder hat bei guten Herstellern eine sogenannte Migrationshilfe, ein kleiner einem Widerhaken ähnelnder Ring, der an der Injektionsstelle einwächst und so nicht, wie schon geschehen, bis zum Ellbogen abwandert. Abgelesen wird mit einem elektronischen Lesegerät (Abb.).

 

Vorteile:

  • Die Methode ist international gemäß ISO-Norm 11784/11785 standartisiert.
  • Jeder Chip besteht aus einem 15–stelligen Nummerncode (Abb.)
  • Die Datenbanken von TASSO und Deutscher Tierschutzbund können die Nummerncodes schnell zuordnen.

TASSO hat das System auf seiner Web-Seite insofern perfektioniert, indem die Tierheime, die Tierarztpraxis oder die Polizei die abgelesene Zahl eingeben und sofort das Ergebnis erhalten. Selbstverständlich können Tierhalter deren entlaufene Tiere registriert sind, persönlich Kontakt zu den Registrierstellen aufnehmen. Nicht-Internetnutzer können diesen Vorgang mit TASSO natürlich auch telefonisch abwickeln (Tel.: 06190 / 937300).

Beim Deutschen Tierschutzbund funktioniert dieses System ähnlich, leider etwas aufwendiger. Die Telefonnummer vom Deutschen Tierschutzbund: 0228 / 604960. Es gibt noch weitere Registrierstellen, wie z.B. IFTA. Diese sind leider nicht wie die beiden oben aufgeführten kostenlos.

Hunde chippe ich seit vielen Jahren, da Fundhunde erfahrungsgemäß in Tierheimen landen. Bei Zuchthunden ist diese Methode selbstverständlich. Nachdem TASSO die Zuordnung perfektioniert hat, bin ich dazu übergegangen, auch sämtliche Katzen mit einem Transponder zu versehen, zumal der blaue Impfpass der EU dieses Vorgehen unterstützt.

(Autor: Dr. vet. Helmut Jeltsch)

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