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Die Zeckensaison ist eröffnet

Tiergesundheit
Posted by Dr. vet. Helmut Jeltsch (jeltsch) on 14.03.2009
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BORRELIOSE

Die Borreliose ist die häufigste Erkrankung, die durch Zecken auf Hunde übertragen wird.
Der Hauptüberträger ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). In unserer Region ist das Übertragungsrisiko sehr groß. In der Humanmedizin nennt man diese Erkrankung schon Volkskrankheit und ist machtlos, da bislang in Deutschland kein Impfstoff für den Menschen zugelassen ist. Man sagt, jede dritte Zecke kann Überträger der Borreliose sein. Der Holzbock befindet fast überall in der freien Natur, also genau dort, wo unsere Hunde Gassi gehen. Lieblingsplätze des Holzbocks sind auch unsere Gärten und Parkanlagen. In guten Zeckenjahren beginnt die Saison schon im Februar und reicht mit Pause im Hochsommer bis in den Oktober. Genauso zeckenbehaftet sind natürlich die Reviere unserer Katzen.
In den Tierarztpraxen werden leider immer mehr Hunde mit Borreliose vorgestellt. Die klinische Symptomatik der Borreliose ist weitgefächert, beginnend bei Gelenksschmerzen. Wichtig für den Hundehalter ist, dass er, wenn eine starke Rötung an der Bissstelle auftritt, einen Tierarzt aufsucht Die sichere Diagnose wird nur mittels Blutuntersuchung gestellt. Die Behandlung ist langwierig und leider nicht immer erfolgreich.
Seit Jahren gibt es einen Impfstoff gegen diese Erkrankung. Leider wird die Impfung sehr zögerlich angenommen. Im Internet wird teilweise sehr unqualifiziert gegen diese Impfung argumentiert. Sogar tierärztliche Kollegen lehnen die Borrelioseimfung ab - mit der Argumentation, der Impfstoff erfasse nicht alle Borrelienstämme. Das ist richtig, aber nach heutigem Kenntnisstand ist Borrelia burgdorferi der beim Hund pathogene Erreger. Der Impfschutz liegt bei Borrelia Burgdorferi bei deutlich über 90 Prozent. In den USA wird die Impfung  übrigens als selbstverständlich angesehen. Die Art der Zecke spielt keine Rolle, sondern der Erreger. Daher ist den vierbeinigen Freunden zuliebe diese Impfung wärmstens zu empfehlen.
Beim Menschen sieht die Infektionsgefahr anders aus. Er ist empfänglich für alle drei Borrelienstämme. Daher ist für den Menschen noch kein Impfstoff zugelassen.
Unsere Katzen können von Glück sagen: sie sind fast gar nicht für Borrelien empfänglich.
Trotzdem sind für sie die Zecken eine fürchterliche Plage und die in der Wohnung verlorenen Exemplare eine Gefahr für den Tierhalter.
Trotz Impfung sind Spot-On – Präparate, wie z.B. Frontline zu empfehlen. Diese Präparate bieten zusätzlich auch einen sicheren Schutz gegen Haarlinge, Flöhe und Babesiose.
(Autor: Dr. vet. Helmut Jeltsch)
 
 
BABESIOSE
 
Die Babesiose wird auch Hundemalaria genannt, Sie wird durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen und wurde durch als Folge des Klimawandels aus dem Mittelmeerraum bei uns eingeschleppt. Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. In Folge treten Blutarmut, Gelbsucht und hohes Fieber auf. Da es keine Impfung gibt, haben wir als einzigen Schutz die unter Borreliose beschriebenen Spot on Präparate.
Dr. Nahr von den Nürnberger Nachrichten hat hierzu einen aufschlussreichen Beitrag geschrieben, der hier wiedergegeben wird:
 

NN/HA/REGBY/REGBY2 - Di 27.01.2009 - BAYERN

Hunde in Todesgefahr

Eingeschleppte Auwaldzecke überträgt Tierkrankheit

WOLF-DIETRICH NAHR

 

Ein eingewandertes Spinnentier wird zur verhängnisvollen Gefahr für alle freilaufenden Hunde: Ein Biss der weißlich-rotorange gefärbten Auwaldzecke kann die sogenannte Hundemalaria auslösen  ohne tierärztliche Behandlung verläuft die Krankheit häufig tödlich.

 

NÜRNBERG | Der Übeltäter ist im nüchternen Zustand gerade einmal fünf Millimeter groß und seine wahre Heimat sind eigentlich eher südliche Gefilde in Ungarn, Österreich und Norditalien. Aber die Auwaldzecke hat sich inzwischen auch in Bayern stark ausgebreitet und kommt fast überall vor, berichtete Heinz Rinder, Chef-Parasitologe des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim.

Die Zeckenart ist vermutlich durch Importhunde und reisende Vierbeiner nach Deutschland eingeschleppt worden. Die ersten natürlichen Populationen stellten Zoologen 1999 im Münchner Osten und ein Jahr später am Sallerner Berg bei Regensburg fest. Zu Opfern der kleinen Blutsauger werden neben anderen Haustieren vor allem Hunde. Die bevorzugten Lebensräume der Spinnentiere sind Feuchtbiotope, Auwälder sowie bewachsene Brachflächen mit Gewässern Bereiche, in denen Frauchen und Herrchen ihre Tiere gerne toben lassen.

Saugt sich die Auwaldzecke zur mehrtägigen Blutmahlzeit an dem Hund fest, kann ein Blutparasit übertragen werden. Und der kann bei dem Vierbeiner die sogenannte Babesiose auslösen, die nicht auf den Menschen übertragbar ist. Die Symptome der Hundemalaria: Hohes Fieber von über 40 Grad, Müdigkeit, Fressunlust, Erbrechen, an blassen Schleimhäuten erkennbare Blutarmut und punktuelle Einblutungen.

Ignoriert der Hundebesitzer diese Krankheitsanzeichen, dann geht er ein tödliches Risiko für sein Zamperl ein: Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit sterben 20 Prozent der infizierten Tiere an der Blutkrankheit. Es gibt aber sehr wirksame Medikamente, wenn die Babesiose schnell entdeckt wird, ist eine Heilung möglich, so Parasitologe Rinder. Aber auch jeder zehnte behandelte Hund überlebt die Erkrankung nicht.

Vorbeugung ganzjährig

Wie kann der Tierbesitzer seinen Liebling vor einer Zeckenattacke schützen? Heinz Rinder vom Landesamt für Gesundheit empfiehlt, den Tieren etwa alle sechs Wochen sogenannte Spot-on-Präparate zu verabreichen. Das sind flüssige Mittel, die den Hunden zwischen die Schulterblätter ins Fell geträufelt werden. Der Parasitologe rät dazu, den Anti-Zecken-Stoff am besten ganzjährig einzusetzen. Denn während der milden Winter der vergangenen Jahre traten die gefährlichen Spinnentiere auch im November und Dezember in Aktion. Nach Rinders Angaben existieren in Frankreich und in der Schweiz auch Impfstoffe gegen die Hundemalaria. In Deutschland haben wir aber noch kein zugelassenes Präparat.

Seit mehreren Jahren registrieren die niedergelassenen Tierärzte eine zunehmende Zahl von Erkrankungen. Bei einer hohen Dunkelziffer ist in den Statistiken von 1500 bis 2000 Tieren pro Jahr die Rede. Für den Freistaat Bayern existieren nach Behördenangaben bisher keine offiziellen Fallzahlen, weil die Erkrankung nicht meldepflichtig ist. Wissenschaftler haben schon lange vor der flächendeckenden Verbreitung der orangefarbenen Zecke in Deutschland erkannt, dass diese Tierart ohne weiteres hierzulande heimisch werden könnte. Dass dann die Spinne tatsächlich immigriert ist, hat nach Meinung des Experten Rinder sicher auch mit dem Klimawandel zu tun.

  

Der Biss einer Auwaldzecke birgt das hohe Risiko einer Infektion des Hundes mit Babesiose. Bei ersten Symptomen sollte der Tierarzt konsultiert werden. F.: dpa

 

 
 

Last changed: 24.03.2009 at 21:10

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